Die lange Reise zum Tao

Vor über 30 Jahren ging ein junger Erwachsener namens Fred Guggenberger in einer bayerischen Stadt spazieren. Dabei kam er an einem Buchladen vorbei, der ein preisreduziertes Büchlein mit dem Namen "I-Ging, das Buch der Wandlungen" auf einem Wühltisch präsentierte.  Irgend etwas an diesem seltsamen Buchtitel sprach ihn an. Also zog er fünf Mark aus seiner Tasche und wurde zum glücklichen Besitzer des Buches. Zuhause wurde ihm schnell klar, dass er weitaus mehr als ein altes chinesisches Orakelbuch in der Hand hatte. Es war eine Sammlung von taoistischen Weisheitslehren aus dem alten China. Irgendwo im Buch wurde "nebenbei erwähnt", dass es in China Menschen gab, Taoistische Meister/innen, die zurückgezogen in den Bergen lebten und in der Lage waren, die Kräfte von Himmel und Erde in sich zu vereinen. Die Passage ließ ihm keine Ruhe mehr. Doch China war weit weg...

Zu dieser Zeit hatte er bereits erste Erfahrungen mit körperlichen Beschwerden gemacht, die laut Auskunft der Ärzte unheilbar waren. In den folgenden Jahren kamen weitere Diagnosen dieser Art hinzu. Während er sich daran gewöhnte, mit den Schmerzen zu leben, tauchte er tief in die Welt der verschiedenen spirituellen Traditionen und Geheimlehren der unterschiedlichsten Kulturen ein. Sein Dasein als Musiker führte ihn an die verschiedensten Orte und irgendwie traf er dabei Vertreter dieser Traditionen, die bereit waren, ihr Wissen mit ihm zu teilen. Nur der Taoismus war nirgends zu finden ... 

Nach vielen Jahren traf er in München eine freundliche Asiatin, die sich als Angehörige und Meisterin einer taoistischen Schule erwies. Sie brachte ihm die Grundlagen der Inneren Alchemie (Neidan-Gong) bei. Zu seiner Überraschung verschwanden seine Beschwerden nach wenigen Monaten regelmäßigen Trainings. Auch die Horrordiagnose, dass er noch 18 Monate zu leben haben würde, erwies sich schließlich als "unhaltbar". Offenbar was das Tao ihm wohlgesonnen...

Mit Mitte 30 rückten die spirituellen Studien dann erstmal in den Hintergrund. Ein paar freundliche Menschen aus den USA hatten seine. Musik im Internet entdeckt. Myspace stellte die Musiklandschaft auf den Kopf und schon bald fand er sich in der US-Musikhauptstadt Nashville wieder, wo er mit diversen Größen und Musiklegenden Freundschaft schloss. 13 Top-10-Titel in Indie-Charts und weltweite Radioeinsätze hielten ihn für Jahre beschäftigt, ehe er schließlich sein erstes Buch schrieb. "Willi Winzmint und die Verbotene Stadt" wurde zum ersten einer ganzen Reihe von Kindle-Bestsellern auf Amazon. 2015 folgte mit "Paradise Regained" ein Comeback-Album, das die Top10 der Blues-Album-Charts bei Amazon erreichte. Zurück zur Musik!

Vermutlich wäre es immer so weiter gegangen, wenn die Corona-Pandemie nicht alles verändert hätte. Am Ende saß unser junger Musiker komplett verloren da und starrte abends auf Maisfelder. Und fing wieder an, seine Übungen zu machen. Schließlich traf er in Frankfurt Großmeister Mantak Chia, dessen Unterricht ihm half, die eigene Praxis auszubauen und zu vertiefen. Weitere Meister wie Walter Kellenberger folgten und erweiterten seinen Horizont noch einmal deutlich. 

Heute lebt Fred mit seiner Lebensgefährtin und einem Schwung Katzen an einem ruhigen Ort in Bayern, wo er Musik komponiert und sein Wissen in Form von Büchern, Präsenzkursen und online weitergibt. Sein letztes Buch „22 Letters to change your life“ erreichte bei Amazon in den USA eine Top10-Platzierung in der Kategorie „Spiritual Self Help“.

Mittlerweile gibt Fred sein Wissen auch online weiter: In Zusammenarbeit mit dem Momanda Verlag wurde eine kostenlose Video-Masterclass sowie ein Online-Kurs erstellt, mit dem Menschen einen stillen, persönlichen Einstieg in diese Arbeit finden können – jenseits von Dogmen und Versprechen.

Respektvoller Umgang mit Traditionen UND Menschen

Soviel östliches Wissen wurde nach seiner Ankunft im Westen stark verändert, um ›massentauglich‹ zu sein. Wenn ich heute unterrichte, egal ob vor Ort oder online, stehe ich damit in der Tradition all der Männer und Frauen, die dies über die Jahrtausende hinweg getan haben. Sie wollten das Beste für Ihre Schüler/innen und fühlten sich zugleich verpflichtet, das alte Wissen in unverfälschter Form zu erhalten und weiterzugeben. 

Ich bin der festen Überzeugung, dass es durchaus möglich ist, altes Wissen auf eine Art und Weise zu unterrichten, die es den Menschen von HEUTE ermöglicht, Ihr Leben zu bereichern, ohne die alten Lehren zu verwässern. Dies gebietet der Respekt vor der Tradition UND den Menschen, die auf der Suche nach Mitteln und Wegen sind, um in diesen stressigen Zeiten Freude, Harmonie und Gesundheit zu besitzen. 

Ich stehe für eine Art der Spiritualität, die nicht auf Weltflucht besteht und verlangt, die "Erde aufzugeben, um in den Himmel zu kommen", sondern den Himmel auf die Erde holt. Ganz im Sinn der alten Tao-Meister...

Fred Guggenberger

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